Portrait: Der neue Coach im Interview

Immer voll fokussiert bei er Arbeit.

Mit Holger Lehmann (44) hat Grün-Weiß Barkenberg einen Trainer gefunden, der nicht nur den Verein sehr gut kennt. Der neue Coach kennt den kleinen Stadtteil und die Menschen seit seiner Jugendzeit. In seinem ersten Interview seit Amtsantritt spricht er über seine Trainerkarriere, sein Privatleben und seine Ziele mit Grün-Weiß Barkenberg.

Grüß dich Holger. Vielen Dank, dass Du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Die Saisonvorbereitung ist eine sehr zeitintensive Phase, von daher wissen wir es sehr zu schätzen.

Gerne. Schließlich sollen alle wissen, wer da am 1. Spieltag an der Seitenlinie steht.

Trotz deines noch jungen Alters bist du ein alter Hase im Trainergeschäft. Dennoch ist dies deine erste Trainerstation im Seniorenbereich. Wie sind deine ersten Eindrücke?

Bisher läuft es wirklich gut, ich kann mich nicht beklagen. Die Mannschaft ist hoch motiviert, die Stimmung ist ausgelassen und alle ziehen mit. Was ich an Barkenberg so mag ist, die Menschen nehmen dich genauso an, wie du bist. Bereits kurz nachdem ich das Amt übernommen habe, hatte ich das Gefühl, ich arbeite mit dem Team schon lange zusammen. Alle waren so positiv gestimmt und offen für Neues, sodass ich eigentlich keine Eingewöhnungszeit benötigt habe. Ich merke natürlich einen Unterschied zur Jugendarbeit. Auf einmal hast du eine weniger homogene Mannschaft, nicht mehr nur Spieler einer Altersklasse und du musst das ganze viel individueller Betrachten und gestalten. Das ist auch für mich eine neue Herausforderung, die mir bisher sehr viel Spaß macht.

Vielleicht könntest du mal kurz deine bisherigen Erfahrungen als Trainer skizzieren?

Der neue Coach macht die Übungen auch gerne mal selber vor.

Meine erste Trainerstation war tatsächlich auf der anderen Seite der B58 in Wulfen (lacht). Danach bin ich für vier Jahre nach TSV Marl Hüls und anschließend für zwei Jahre nach SpVgg Erkenschwick. Im Anschluss daran bin ich über ETuS Haltern bei Barkenberg gelandet. Als Jugendtrainer war es immer mein Ziel den Spielern die wesentlichen Tugenden zu vermitteln. Das Team steht für mich immer im Vordergrundund ich versuche jeden Spieler besser zu machen. Nichtsdestotrotz wollte ich mich auch selber immer verbessern. Aus diesem Grund habe ich dann auch meinen Trainerschein erworben.

Jetzt haben wir bereits etwas über deine Trainerstationen erfahren. Wie sieht es mit deiner Laufbahn als Spieler aus?

Begonnen mit dem Fußballspielen habe ich tatsächlich hier in Grün-Weiß, im zarten Alter von fünf Jahren. Ich glaube ab der D-Jugend habe ich dann in BVH Dorsten gespielt. Unsere Jugend war damals sehr erfolgreich. Bereits in meinen letzten Jahren in der Jugend habe vieles für meine anschließende Trainerlaufbahn mitgenommen; gutes und schlechtes. Manche Dinge habe ich übernommen, bei anderen war mir sofort klar, dass ich es anders machen möchte. Am wichtigsten für mich ist, immer ehrlich und geradeaus zu sein. Nur so bleibt man glaubwürdig.

Und wie ging es nach deiner Jugendzeit weiter?

Meine erste Station im Seniorenbereich war der Landesligist Westfalia Gelsenkrichen. Meine zweite Station war Barkenberg. Damals hat Uwe Ptok die Barkenberger trainiert. Für mich als junger Spieler natürlich eine tolle Erfahrung. Ich durfte nicht nur einen ehemaligen Bundesligaspieler kennenlernen, ich durfte auch von ihm lernen. In dieser Zeit habe ich viel Erfahrung sammeln können. Gemeinsam mit Uwe wechselte ich dann zurück nach Westfalia Gelsenkrichen. Wie das Schicksal es so wollte, landete ich zum Schluss wieder in Barkenberg. So ist das eben mit Barkenberg. Wer hier einmal gespielt und Fuß gefasst hat, kommt früher oder später wieder (schmunzelt).

Nach Thomas Langbein und Oliver Dirr hat man sich bewusst dazu entschieden einen Trainer zu holen, der Barkenberg, den Statdteil und den Verein, kennt und sich damit identifiziert. Schließlich hat die Erfahrung mit Oliver Dirr gezeigt wie wichtig es ist einen Trainer zu haben, der mit vollen Einsatz und ganzem Herzen dabei ist.

Ich bin mittlerweile seit zehn Jahren Spieler der alten Herren von Grün-Weiß. Den Stadtteil Barkenberg kenne ich sehr gut und ich habe mich hier immer wohlgefühlt. Es ist sehr erfreulich zu sehen, was hier in den letzten Jahren passiert ist. Der Verein entwickelt sich zunehmend zur Anlaufstelle und die Leute mögen das. Allein die große Begeisterung für unser Osterfeuer zeigt die Verbundenheit der Menschen zum Verein. Ich bin seit 20 Jahren glücklich verheiratet und habe drei fast große Kinder. Selber wohnen wir leider nicht mehr in Barkenberg, allerdings ist der Rest der Familie hier sesshaft. Von daher bin ich regelmäßig hier. Der Verein ist mir natürlich ans Herz gewachsen und ich habe mich riesig über den Trainerposten gefreut.

Wann gab es den ersten Kontakt zu Barkenberg?

Den ersten Kontakt hatte ich zu Kevin Singscheidt (sportlicher Leiter). Das war vor ca. zwei Jahren, schlussendlich hatte sich der Verein zu diesem Zeitpunkt aber für jemand anderen entschieden. So ist das Fußballgeschäft nun mal. Durch die alten Herren blieb der Kontakt dennoch bestehen. Nachdem dann in der letzten Saison Oliver Dirr zurückgetreten war, kam Kevin erneut auf mich zu. Nach den ersten Gesprächen war für mich klar, sollte Bakenberg ernsthaft Interesse haben, wäre ich dazu bereit. Ehrlich gesagt war mir von Anfang an klar, dass ich Lust darauf habe. Als dann das konkrete Angebot kam, musste ich nicht lange nachdenken. Auch, weil wir sehr schnell auf einen Nenner kamen und … nunja … jetzt bin ich Trainer von Barkenberg (lacht).

Jetzt stehst Du mit der Mannschaft noch ganz am Anfang der Vorbereitung. Bisher zeigt die Formkurve ganz deutlich nach oben, drei Siege in drei Spiele. Inwieweit lässt sich daraus schon eine Tendenz für die Saison ableiten?

Wie bereits richtig angemerkt stehen wir noch ganz am Anfang. Jetzt schon eine Tendenz für den Verlauf der Saison abzugeben wäre etwas früh. Die Mannschaft und der Verein haben mich als Trainer sehr gut aufgenommen und ich merke wie hungrig die Jungs sind. Das finde ich echt geil! Mit den bisherigen Verlauf bin ich definitiv zufrieden. Wo die Reise in der kommenden Saison schlussendlich hingeht, liegt voll und ganz in der Hand der Mannschaft. Von Platz eins bis fünf ist alles möglich. Das Potenzial aufzusteigen ist auf jeden Fall vorhanden; da bin ich mir zu hundert Prozent sicher. Wir können nur als Team erfolgreich sein. Wenn das jeder Einzelne verstanden und verinnerlicht hat, sehe ich uns zwangsläufig ganz weit vorne und bin zutiefst davon überzeugt, dass alles möglich ist.

Vielen Dank Holger Lehmann für dieses ausführliche Interview. Wir wünschen Dir und Deiner Mannschaft viel Erfolg für die kommende Spielzeit!

 

 

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